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Impulse aus der Sozialforschung
Zweifellos kommt der Wissensaufbereitung bzw. Wissensstrukturierung in der qualitativen Sozialforschung eine besondere Bedeutung
zu. Während für quantitative Daten eine Fülle von standardisierten numerischen und graphischen Aufbereitungsmethoden zur Verfügung
stehen, ist die automatische Aufbereitung nicht-numerischer Daten bisher unbefriedigend gelöst. Automatische Verfahren der
Aufbereitung sprachlicher Daten bestehen in der Verschlagwortung und teilweise Summary-Bildung mittels automatischer Textanalyse.
Bei Bildmaterial werden Verfahren der Mustererkennung angewendet. Diese Verfahren sind z.B. in Form von Suchmaschinen im Internet
bei großen Datenmengen als Screeningverfahren unverzichtbar. Allerdings können mit automatischen Verfahren weder komplexe
alltagssprachliche Sinnzusammenhänge erfasst werden noch ist ein "Lesen zwischen den Zeilen" möglich. Im Suchmaschinen-Projekt
Open Directory ("Humans Do It Better") werden deshalb automatische Aufbereitungsverfahren mit der Tätigkeit kompetenter Reviewer/Wissensarbeiter
kombiniert.
Eine besondere Bedeutung erhält die zielorientierte Wissensstrukturierung angesichts der stetig wachsenden Probleme der Informationsüberflutung. In der qualitativen Sozialforschung entwickelte Verfahren
der Wissensstrukturierung basieren auf der sprachlichen und inhaltlichen Kompetenz des Forschers bzw. Wissensarbeiters:
- Ein gut entwickeltes Verfahren der Verschlagwortung komplexer sprachlicher Texte durch kompetente Sprecher ist die qualitativen Inhaltsanalyse.
- Anspruchsvollere Ansätze erlauben anhand sprachlicher Texte in ihnen enthaltenes implizites Wissen explizit zu machen (z.B. Narrationsanalyse, Metaphernanalyse, Objektive Hermeneutik).
- Systematische sozialwissenschaftliche Heuristiken erlauben es, aus unterschiedlichen Datenquellen (sprachliche Texte, Tabellen,
Bildmaterial) Modelle oder Theorien über Phänomene der sozialen Wirklichkeit bzw. über soziotechnische Systeme zu entwickeln. Das bekannteste Beispiel ist die Grounded Theory-Methodik.
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